ARTIFICIAL TEARS
Singularität & Menschsein – Eine Spekulation


Aleksandra Domanovic, Things to Come, 2014 © Aleksandra Domanovic, Courtesy of the artist and Tanya Leighton, Berlin

Eine Ausstellung des MAK

Die Ausstellung ARTIFICIAL TEARS. Singularität & Menschsein - Eine Spekulation zitiert ein Kapitel der Menschheitsgeschichte, das noch nicht geschrieben wurde. 13 künstlerische Positionen eröffnen Hypothesen, stellen Fragen und liefern Impulse zur Auseinandersetzung mit der vom amerikanischen Futuristen Ray Kurzweil prognostizierten „Singularität“, die durch das exponentielle Wachstum von Technologie und hochintelligenten maschinellen Schnittstellen herbeigeführt wird.

Mit den wachsenden Möglichkeiten der Koppelung von Wissenschaft, Medizin und Technologie werden die kühnsten und schrecklichsten Visionen der Science-Fiction gleichermaßen greifbar und schleichend in unseren Alltag implementiert. Die Grenze zwischen lebendiger und unbelebter Materie wirkt zunehmend unplausibel, so wie die Unterscheidung zwischen "wirklichen" Menschen und ihren Medieninkarnationen, zwischen "originalen" Objekten und Dummies.

Viele der utopischen oder dystopischen Narrationen des 20. und 21. Jahrhunderts entwickeln Szenarien einer durch Technologie als Werkzeug für Überregulierung und Überwachung geprägten und letztlich in ihrem "Menschsein" zutiefst erschütterten Gesellschaft. Es stellt sich die Frage, wie wir als Menschen der wachsenden Entmündigung durch die von kapitalistischen und politischen Systemen kontrollierten Technologien entgehen wollen und ob wir den Mut aufbringen werden, um unsere Freiheit als Gesellschaft und als Individuen zu kämpfen - und zwar vorrangig gegen uns selbst: Wenn unsere Utopien scheitern, müssen wir anfangen, die Potenziale unserer Dystopien zu nutzen.

"Die Einbildungskraft ist eine einzigartige Kraft des Geistes, eine Verbindung rationaler und emotionaler Fähigkeiten", schreibt die Philosophin Ágnes Heller (Hannah-Arendt-Lehrstuhl für Philosophie an der New School for Social Research in New York) als Einstieg in ihrem Essay Von der Utopie zur Dystopie (2016). Und weiter: "Weder Denken noch Tun gibt es ohne eine Art von Gefühl." ARTIFICIAL TEARS ist ein Plädoyer für die Menschheit, die Resilienz und Wandelbarkeit der "conditio humana" und die Bedeutung von Erinnern und Vergessen.

KünstlerInnen: Jean-Marie Appriou, Dora Budor, Mariechen Danz, Genghis Khan Fabrication Co., Aleksandra Domanović, Cécile B. Evans, Daiga Grantina, Matt Mullican, Sean Raspet, Sarah Schönfeld, Jeremy Shaw, Kiki Smith, Clemens von Wedemeyer

Kuratorin: Marlies Wirth, Kuratorin Digitale Kultur, Kustodin Sammlung Design, MAK

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MAK-Ausstellungshalle
MAK, Stubenring 5
1010 Wien

Di 10:00–22:00 Uhr
Mi–So 10:00–18:00 Uhr 
Jeden Dienstag 18:00–22:00 Uhr Eintritt frei

Datum
21.06. – 01.10.

Ort
MAK

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